Gardasee August 2011

Bardolino

Nördlich von Bardolino finden wir einen Platz für unser Zelt, der vorletzte des Campingplatzes, auf dem man angeblich keine Standplätze reservieren kann. Wegen der Spontan-Gäste…

Glück gehabt. Aufgebaut und erst einmal im See versunken. 34° und schwüle Luft haben uns die Entscheidung leicht gemacht.

Mit  dem Fahrrad sind es 10 Minuten nach Bardolino, das früh am nächsten Morgen noch richtig verschlafen wirkt. Ein paar „Frühaufsteher“ trinken ihren Cappuccino an den Tischen in den Gassen. Straßenfeger stellen das geschleckte Aussehen der Gassen wieder her.

 

Sirmione

Wenn Sirmione menschenleer wäre…

Der Verkehr quetscht sich durch die von Ampeln gesteuerte, einspurige Route durch die Stadt. Ampeln mit enorm langer Rot-Phase. Vermutlich beidseitig. Und dazu noch Menschenmassen.

Auf dem Boden finden sich Tropfspuren der viel zu hoch getürmten Eiswaffeln. Wenn man die Spuren verfolgt, sieht man die Objekte: Kunstwerke mit Schoko- und Nussstücken verziert. Leider viel zu groß für das heiße Wetter.

Auf dem Rückweg befindet sich auf der Fähre ein Gesangsverein. Es wird aus vollem Herz gesungen und gejodelt.

 
 

Garda

Nach dem leicht sterilen, vielleicht weil so geometrisch ange“ort“neten Gassen von Bardolino die Erleichterung, dass es auch noch das gemütliche Gassengewirr gibt. Garda ist schön. Die Promenade breit mit Bäumen überdacht. Ein Restaurant neben dem anderen.

Die Eiscafés buhlen mit biologischem und überhaupt sehr gesundem Eis um die Gäste.
Holzbänke vor der Eisdiele laden zum erholsamen Schlecken ein, Mülleimer werden allerdings nicht geboten.
So laufen wir mit Eisbecher und Löffel erst einmal eine ganze Weile rum.
Das arme Kind muss der fotografierenden Mutter die zweite Hand freihalten und mutiert zum Mülleimersucher.

In der Dämmerung werden helle Scheinwerfer in den Gassen eingeschaltet, die die Auslagen bis spät am Abend beleuchten und eine wunderschöne Stimmung erzeugen. Gemütlich halt.

 

Torri del Benaco

Es gibt noch ruhige Orte am See!

Um 8.30 Uhr noch leer, beinahe öde und verkommen. Manche der Gassen erinnern mich an Venedig. Kahl, baufällig, leer, selbst die Sonne bleibt hinter einer dicken Wolke verborgen bis die Läden öffen.

Dann allerdings ist die Verwandlung vollständig. Die trostlosen Fassaden werden von Schuhregalen und Nudeln verdeckt, Türen gehen auf, Fensterläden und Gitter werden beiseite geklappt und das Leben beginnt. Die leeren Tische der Cafés füllen sich.

 

Peschiera

Wir sind früh los, um der Hitze und den stündlich zunehmenden Staus zu entgehen und finden einen leeren Parkplatz und leere Gassen vor.
Durch Zufall landen wir auf dem Weg vom Parkplatz in die Innenstadt auf der Wallanlage und laufen, ohne es wirklich zu registrieren, über den Fluss Mincio. Auf der anderen Seite ist leider der Weg durch einen Baustelle versperrt und wir müssen den Wall hinunterkrabbeln, wie schon, dem Trampelpfad nach zu urteilen, einige vor uns. Sehr Touristen-freundlich. Dafür stehen wir sofort in der Innenstadt.

Die Müllabfuhr ist unterwegs, fallende Flaschen, mit Konservendosen vermischt, sind richtig laut. Aber eine halbe Stunde später ist Ruhe, die Läden öffnen. Es gibt Latte Macchiato zum 2. Frühstück.

 
 

Lazise

Die Stadt mit den Wellen am Ufer, dem schwarz-weißen Pflaster.

Uferwege

Die Fahrt per Fahrrad von Bardolino nach Lazise entpuppt sich als Abenteuer.

Angeblich gibt es da diesen Fahrradweg am See entlang.
Tatsächlich gibt es einen Weg, aber an der Stelle, an der einer der Campingplätze an den See trifft, ist dieser Weg ein 1 Meter breites Stück sandige Erde unter Bäumen, mit unzähligen Schlaglöchern, Baumwurzeln und akuter Absturz- und Steckenbleibgefahr.
An und auf dem Weg liegen die Gäste dieses Campingplatzes, wie gemütlich…

Sonst ist der Weg großzügige 4 Meter breit. Aber…

Wie schaffen es 2 dicke Menschen, die Breite fast vollständig zu blockieren?
Oder die 5-köpfige Familie, die grundsätzlich nebeneinander laufen muss?
Warum parken Autos auf dem Weg?
Warum fahren Motorradfahrer darauf?
Der Gegenverkehr auf Füßen und Rädern, der mir auf „meiner“ Seite entgegen kommt?
Ich klingel ja ungern die Fußgänger auf die Seite, aber hier ist meine Geduld am Ende.

Wir sind brav hintereinander, vorsichtig unterwegs.
Die Radrennfahrer zu dritt nebeneinander, sauschnell, klingeln alles beiseite.
Eine Mutter mit 3-jährigem Sohn auf Rädern an beiden Rändern des Wegs verteilt, er wackelig, sie besorgt.
Mensch mit Hund an Leine…

Auf dem Rückweg sind wir dankbar, dass wenigstens der Wochenmarkt in Bardolino inzwischen abgebaut wurde.
Dort kam man vormittags nicht mal als Fußgänger vorwärts.

Salò

Loggia della magnifica patria, der kühlste Platz im Ort.

Schiffsverbindungstechnisch sind wir leider in der Mittagshitze angekommen…

 

Desenzano

Eine Stadt mit Großstadtflair.
Wenn ich einen Blick in die Gaststätten und Geschäfte an der Piazza Malvezzi werfe, überwältigt mich die Architektur der Räume. Viele Geschäfte bestehen aus einem Raum an der Straße, dem Innenhof hinter dem Haus und einem Raum im Hinterhaus. Aber so gekonnt zu einem einzigen Raum verbunden, dass ich mir nur wünsche, so eine Wohnung zu besitzen. Ewig lang erscheinende Bücherläden, Kneipen mit Gewölbedecke und Rundbögen, Apotheken und Kunsthäuser.

Ein Lebensmittelladen, der nach Salami und Käse duftet, dessen Waren bis hoch unter die Decke gestapelt sind, mit Theke für Gebäck, Wurst und Käse. Und einem riesigen Glas mit eingelegtem Gemüse, das so geschichtet, dass der Name des Geschäfts zu lesen ist. Essig, Öl, Nudeln für die Touristen, Wein für die Einheimischen. Beim Gedanken an den Parmaschinkenduft läuft mir auch jetzt noch und schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Parmesan, Pecorino…

 

Zum Schluss:

Eine Beinah-Silhouette, die aus Desenzano stammt und bei den Silhouetten keinen Platz fand.