Edinburgh April 2014

schottisches gemischtwetter

Erste Eindrücke von Edinburgh:
Graubraune hohe, schmale Häuser, die Blocks durchsetzt von Baulücken oder modernen grauen oder braunen Riesen.
Abwasserleitungen außen an der Hausfront, manchmal in Benutzung, manchmal amputiert.
Bröckelnder Putz, abblätternde Farben. Nebelschwaden in der Luft.

Je weiter der Bus in die Innenstadt vordringt, desto ordentlicher werden die Häuser.
Das Erdgeschoss wunderbar bunt lackiert, locken Läden mit schottenkarierten Schals oder Falafeln.
Überhaupt gibt es viele exotische Restaurants.

An einigen Stellen pfeift Wind um die Ohren, Regentropfen fallen in die Pfützen, Busse rutschen auf nassem Kopfsteinpflaster an die Haltestelle.
Mengen wippender Touristenregenschirme, vereinzelt Polizeisirenen.

Die Burg ist in tiefhängenden Wolken nur halb wahrzunehmen, Kirchtürme wirken wie angelöscht.
Ein interessanter, aber so nicht erhoffter Einstieg in den Urlaub.
Wir gehen über Georges Brücke hoch zur High Street und hatten doch mehr Höhenunterschied erwartet.
Erst der Blick zur Neustadt offenbart die Höhe der Burg.


 

St Giles

St Giles erstaunt mich mit gemütlicher Wärme im Kirchenschiff.

Monumental erhebt sie sich über mir, die Decke zum Teil in blau, zum Teil in gemauertem, sichtbarem, mehr oder weniger gleichmäßigem Backstein.

Bögen über Bögen, kleine Kapellen mit brennenden Kerzenlichtern, zum Bezahlen wird man nicht genötigt, nur wer geben kann, möge geben.
Im Kirchenschiff etliche Heizkörper – daher die wohlige Temperatur.
Falls einem das nicht genug Wärme ist, kann man „heilige Socken“ im kleinen Souvenirshop erwerben.

 

Royal Mile

Vom Holyroodhouse bis zum Castle

Holyrood Palace. Düster, mit hunderten Portraits, alle in braun gehalten. Nebendran die Abbey, die als Ruine nur steht. Mächtige Säulen, Grabplatten, ein Seitenschiff mit Dach, von außen ab- und unterstützt. Der Park sehr englisch und mit vielen blühenden Bäumen. Primeln doppelt so groß wie unsere, frisch geplanzt wird auch hier, es kommt also nicht alles durch den Winter. Auf dem Rasenflächen sind mehrere Rasenmäher unterwegs. Kaffee gibts im Eingangsbereich, gemütlich unterm Glasdach, das uns auch den kleinen Schauer vom Hals hält.

Das Parliament Building ist der moderne Bau gegenüber, der als eigenständiges Gebäude sehr raffiniert daherkommt, im Gegensatz zum Rest der umliegenden Häuser aber einfach keinen Charme besitzt.

Etwas weiter bergan die Canongate Church, die eingehüllt in rosa und weiße Blüten und in das saftige Grün der Rasenflächen regelrecht leuchtet. Der Friedhof liegt hangabwärts mit Blick zum New Parliament. Unnötig zu erwähnen, dass auch dort der Rasen wunderbar gepflegt ist.

Je höher man die Royal Mile geht, desto lebendiger und breiter wird sie, die Doppeldecker bekommen nach und nach die richtige Größe. Hinter dem Lawnmarket wird es jedoch richtig eng. Reisebusse müssen aufgrund zu enger Kurven zurücksetzen und halten den Verkehr auf. Die letzten Meter Richtung Castle dann Belagsarbeiten, es ist nur eine Fahrspur frei bevor man zur Esplanade gelangt.

Oben endlich die Burg bei Sonne, Touristengruppen mit nummerierten Tafeln, fremdländische Klänge. Schotten mit Kilt und Regenjacke, sehr geschmackvoll.

One o’clock

Mal wieder feucht.
Der Einuhrkanonenschuss wird trotzdem bestaunt.
Ein Uniformierter tritt zur Kanone, in der linken Hand seine Uhr, bleibt noch zwei Minuten unbeweglich stehen bis er in zackigen Bewegungen die Kanone zündet und es ziemlich heftig knallt. Rauch steigt auf, ein Großteil der Zuschauer verläuft sich und ein paar wenige begutachten die leere Patrone und es scheint, dass auch ein Uniformierter lächeln kann.


New Town

Gerade, rechteckig und voller Läden und Restaurants.