Oslo Juni 2014

Oslo ist die ruhigste Hauptstadt, die ich bisher kennengelernt habe.
Nicht dass es keine Autos geben würde, oder Touristengruppen, schreiende Kinder oder Möwen (manchmal tue ich mich schwer, sie auseinanderzuhalten…), tutende Schiffe, Busse oder Straßenbahnen. Aber eben nur ungefähr ein 10tel der üblichen Menge.
Oslo ist belebt, aber nicht überlaufen. Wenn einmal die Japaner einfallen, dann ist es ein Bus voll, nicht mehr.  Aber auch diese bringen es fertig, am hellsten Mittag ein Foto vom Schloss in 50 Meter Entfernung mit Blitz zu machen. Ich dachte immer, Japaner hätten das Fotografieren erfunden.

Die üblichen Straßenkünstler stehen auch hier wie die Bronze- oder Goldstatuen und erschrecken kleine, asiatische Mädchen. Oder andere, die Kinderherzen mit ihren Riesenluftblasen erfreuen. Musikanten gibt es auch, sehr interessant hören sich 4 Jahrenzeiten auf dem Akkordeon an. Dann die üblichen Karrikaturisten und Portraitisten, Sprayer, Schwebende, Schmuck- und Lederbandfabrikanten.

Baustellen, derer gibt es eine Menge. Durch den Bau des Staßentunnels unter dem Fjord sind große Freiflächen entstanden, die jetzt modern gefüllt werden. Auch mit Wasserbassins, Bäumen und Rasenflächen.

 
 

Aker Brygge & Tjuvholmen

Den großen, runden Parkplatz zwischen Aker Brygge und dem Rathaus hab ich nicht wirklich vermisst, erst beim Nachschlagen fiel mir auf, dass der Platz Baustelle geworden ist für das neue Nationalmuseum. Im Moment werden Kabelschächte ausgebaggert, die anstatt rund jetzt eckig an der Grundstücksgrenze entlanglaufen. Direkt davor, in der Einöde zwischen Baustelle und Straßenbahnhaltestelle eine wunderbar ockerfarbene Filiale der Kaffebrenneriet.

Aker Brygge und Tjuvholmen verzaubern mich. Hier mischt sich modernste Architektur mit Flair. Kleine Springbrunnen, Straßencafes, Skulpturen überall. Bäume, Bänke, Kanäle. Fassaden, schief und dunkelrot, einfach so mal zwischendrin. An der Spitze von Tjuvholmen liegt der Badeplass. Hier ist es nachmittags bei schönem Wetter richtig voll.

 

Rathaus

Mächtig, klobig und ein wenig arg modern.
Aber man darf den Saal mit den unzähligen Wandgemälden einfach so betreten und bewundern.


 

Die Karl Johans Gate

Schönste, vielseitigste und längste Straße in Oslo.
Mit unzähligen Plätzen, Grünanlagen, Geschäften und Cafes gesäumt wandelt sie ihr Aussehen von Großstadt zu Schlosspark.

 

Bygdöy

Mit der Fähre nach Bygdöy, ein liebevoll zusammen gesammeltes Freilichtmuseum angesehen. Unaufdringlich, nicht überfüllt, gemütlich wie alles in Oslo.
In der Stabkirche müssen sich die Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen, Temperatur angenehm kühl, es riecht leicht angebrannt. Zwischen den Höfen ist es einiges wärmer und riecht nach Tier. Hühner, Pferde, Ziegen und Kühe haben ihre mit schrägen Latten umzäunte Weiden, die Zeit scheint still zu stehen.
Im Restaurant viele Mütter mit vielen Kindern. Väter weniger.

Barcode

Faszinierend, wie facettenreich die Häuser.
Zwischenräume, die wirkliche Räume sind, für Mensch und Fahrrad, mit Büschen und Bänken.
Durchgänge unter verglasten Treppenhäusern.
Ansteigendene Ebenen als Vorbereitung zur Überquerung der Bahngleise.
Schräge Fassaden, glänzend ihr ebenso schiefes Gegenüber spiegelnd.

Operaen

Rutschig, eckig, blendend, heiß, ruhig, dem Himmel nah.
Auf der Oper zu spazieren ist eigenartig.
Der Blick fällt auf Spiegelungen von Wolken und Schiffen. Unweigerlich stolpert man über Stufen,
beobachtet Möwen, die mit der spiegelnden Glasscheibe nicht klarkommen.
Bemerkt die gedämpfte Stille, Baustellen- und Hafengeräusche werden ausgeblendet.

Man vergisst vollkommen, dass man inmitten einer Stadt auf einem Dach rumläuft.
Auch hier steht die Zeit still, obgleich sie an diesem Dach nicht spurlos vorübergeht.
An Silikon zwischen den Mamorplatten wurde wohl gespart.

 

Vigelandsparken

Vor dem Vigelandspark erhöht sich die Reisebusmenge auf 8 Stück.
Am lautesten neben Geräuschen fallenden Wassers und fahrender Rasenmäher sind Italiener. Die hektischten sind die Japaner. In der knapp bemessenen Zeit nach dem Vortrag der Reiseleiter Plätze für’s übliche ich-war-dort-Foto zu finden erfordert volle Konzentration.

Akershus Festning

Idyll in der Stadt, zwischen Autos und Schiffen eine Liegewiese, auf der sich Menschen in Bikini sonnen, große, Schatten spendende Bäume, Ruhe. Wachen, die in zu kurzen Hosen in zackigem Schritt die Allee hochschreiten, brüllende Kinder im Buggy, schöne Blickwinkel Richtung Meer, Kanonen mit Elefantenrüsselgriffen.