Friedhöfe

ruhe-stätten

Ich mag Friedhöfe, vor allem die, deren Gräber und Bäume uralt sind.

Wege aus perfekt gefegtem Kopfsteinpflaster – eine Pariser Spezialität.
Ebenfalls speziell sind die Grabhäuschen, manche heil, manche mit eingeschlagenen Scheiben, man sieht den Wänden den Kerzenschein an, vertrocknete Blumen, zerbrochene Flaschen, bunte Glasstücke. Die Stellen auf dem Stein, auf denen jemand gekniet hat, ganz abgenutzt.

In London gibt es eher die Bodenplatten, manche schief liegend, manche von Eichhörnchen besetzt, die neueren mit bunten Glasstückchen verziert. Einige Gräber sind eingefallen, Kreuze umgestürzt, überall finden sich Sämlinge großer Bäume. Gräber, aus deren Mitte inzwischen riesige Bäume wachsen.

Oslos Friedhöfe erinnern an einen Stadttpark, einheitlich mit roten Blüten verziert. Edinburgh spricht hingegen eher die unheimliche, die gespenstische Seite im Menschen an. In manchen Städten muss man Eintritt bezahlen…

Allen gemein ist, es herrscht Ruhe und Frieden, Vogelgesang inmitten der Stadt. Der Verkehrslärm überwindet die meist hohen Mauern nur sporadisch. Ich komme in Friedhöfen zur Ruhe, kann meinen Gedanken freien Lauf lassen.